Fritz Straßmann

Prof. Dr. ing. Fritz Straßmann

Geb. in Boppard

Gest. in Mainz

Religionszugehörigkeit: Evangelisch

GND: 118618946; VIAF: 266949988

Professur in Mainz

  • 1946-1970, Professor für Anorganische Chemie, Naturwissenschaftliche Fakultät

Fachgebiete: Anorganische Chemie

Akademische Laufbahn

  • 04.05.1920-30.09.1927, Studium, Universität Hannover
  • 30.04.1929, Promotion, Hermann Braune, Universität Hannover, Titel der Dissertation: "Über die Beeinflusung der Sättigungsdampfkonzentration durch Anwesenheit komprimierter unidealer Gase (System J2-CO2)"
  • Anfang 1929-Juni 1929, Assistent, Universität Hannover
  • Juli 1929-31.12.1934, Assistent, Otto Hahn, Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie Berlin
  • 01.07.1929-30.09.1932, Stipendiat, Notgemeinschaft der Deutschen Wissenschaft
  • 01.01.1935-1944, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie Berlin
  • 1944-30.06.1946, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie Berlin, ausgelagert wegen Kriegsschäden, Tailfingen
  • 1946-1950, Kommissarischer Leiter, Kaiser-Wilhelm-Institut für Chemie Berlin
  • 01.07.1946-31.03.1970, Ordentlicher Professor, Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Mainz
  • 01.04.1950-31.03.1953, Zweiter Direktor, Max-Planck-Institut für Chemie, Mainz
  • 01.04.1951-31.03.1971, Direktor, Anorganisch-Chemisches Institut, Naturwissenschaftliche Fakultät, Universität Mainz
  • 31.03.1970, Emeritierung, Universität Mainz, Naturwissenschaftliche Fakultät

Wissenschaftliche Mitgliedschaften

  • 01.08.1946-21.06.1960, Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften

Ehrungen

  • 1966, Enrico-Fermi-Preis, (Amerikanische Atomenergiekommission). Zusammen mit Otto Hahn und Lise Meitner
  • 18.04.1972, Ehrenbürger, Mainz
  • 1985, Gerechter unter den Völkern, Yad Vashem

Weitere Informationen

  • Straßmann studierte bei seinem späteren Kollegen Wilhelm Geilmann.
  • Unmittelbar nach der "Gleichschaltung" des Verbandes 1933, trat Straßmann aus dem Verein deutscher Chemiker aus.
  • Die Habilitation war Straßmann im Dritten Reich aus politischen Gründen versagt worden. Nachdem Straßmann an der Mainzer Universität Professor geworden war, wurde ihm unzutreffenderweise unterstellt, sich aus Bequemlichkeit nicht habilitiert zu haben.
  • Zusammen mit Otto Hahn und Lise Meitner gilt Straßmann als Entdecker der Kernspaltung.
  • Straßmann war Mitglieder der "Göttinger Achtzehn", die sich 1957 mit einer Erklärung gegen die atomare Bewaffnung der Bundeswehr an die Öffentlichkeit wandten.
  • Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes lehnte er ab. Zwar sei ihm die zuvor verliehene Ehrenbürgerschaft der Stadt Mainz eine große Freude gewesen, aber "[d]amit genug der Ehre!". In biographischen Studien über Strassmann wird oft besonders auf seine Bescheidenheit Bezug genommen.
  • Straßmann war federführend an der Einrichtung des Triga-Kernreaktors der JGU beteiligt und wurde seitens der Universität geehrt, indem eine Straße auf dem Campus nach ihm benannt wurde. Seit 1984 vergibt die Gesellschaft Deutscher Chemiker außerdem einen Fritz-Straßmann-Preis.
  • Der Titel "Gerechter unter den Völkern" wurde Straßmann posthum verliehen, da er und seine Frau während des Holocaust eine jüdische Bekannte in ihrem Haus verborgen hielten und sie so vor Verfolgung schützten.

Namensvarianten

  • Friedrich Wilhelm Straßmann

Quellen

  • Straßmann, Fritz, Universitätsarchiv Mainz, S 15, Nr. 65
  • Nachlass von Fritz Straßmann, Universitätsarchiv Mainz, NL 15
  • Straßmann, Fritz, Universitätsarchiv Mainz, Best. 64, Nr. 66

Veröffentlichungen über Fritz Straßmann (Auswahl)

Krafft, Fritz, Fritz Straßmann (1902-180) und der Aufbau der Mainzer Chemie, in: Ut omnes unum sint. Teil 3: Gründungsprofessoren der Chemie und Pharmazie, hrsg. von Michael Kißener, Stuttgart, Steiner, Beiträge zur Geschichte der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz, 2009, S. 13–68.
Krafft, Fritz, Im Schatten der Sensation: Leben und Wirken von Fritz Straßmann.
Zitierhinweis

Fritz Straßmann, in: Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz. URI: http://gutenberg-biographics.ub.uni-mainz.de/id/b9bed678-9d7b-4c27-a2ff-7dc4dcd9cd3e. (Zugriff am 10.12.2017)

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