Siegfried Koller

Prof. Dr. phil. Dr. med. Siegfried Koller

Geb. in Stettin

Gest. in Mainz

GND: 124439454; VIAF: 42771275

Professur in Mainz

  • 1963-1973, Professor für medizinische Statistik und Dokumentation, Medizinische Fakultät
  • 1973-1978, Professor für medizinische Statistik und Dokumentation, FB 07 Klinische Institute (1973-1980)

Fachgebiete: Medizin, Medizinische Statistik und Dokumentation

Akademische Laufbahn

  • 01.10.1926-30.09.1928, Studium, Universität Berlin, Fach: Mathematik
  • 01.10.1928-1930, Studium, Universität Göttingen, Fach: Mathematische Statistik
  • 1930, Promotion, Felix Bernstein, Universität Göttingen, zum Dr. phil.; Titel der Dissertation: "Statistische Untersuchungen zur Theorie der Blutgruppen und zu ihrer Anwendung vor Gericht"
  • 1934-1938, Studium, Universität Gießen, Fach: Medizin
  • 1935, Habilitation, Universität Gießen
  • 22.12.1938, Medizinisches Staatsexamen, Universität Gießen
  • 09.06.1939, Berufung, Dozent, Universität Gießen
  • 01.09.1939, Approbation, Arzt
  • 1939, Promotion, Universität Gießen, zum Dr. med.; Titel der Dissertation: "Über den Erbgang der Schizophrenie"
  • 12.12.1944-08.05.1945, Außerplanmäßiger Professor, Universität Berlin
  • 1957, Honorarprofessor, Universität Heidelberg
  • 01.10.1963-31.03.1973, Ordentlicher Professor, Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation, Medizinische Fakultät, Universität Mainz
  • 01.04.1973-31.01.1978, Ordentlicher Professor, Institut für Medizinische Statistik und Dokumentation, FB 07 Klinische Institute (1973-1980), Universität Mainz
  • 31.03.1978, Emeritierung, Universität Mainz, FB 07 Klinische Institute (1973-1980)

Wissenschaftliche Mitgliedschaften

  • Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin, Ehrenmitglied
  • Deutsche Gesellschaft für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie, Ehrenmitglied
  • -1990, Deutsche Region der Internationalen Biometrischen Gesellschaft, Mitglied
  • Deutsche Gesellschaft für Wehrmedizin und Wehrpharmazie, Mitglied

Ehrungen

  • 17.05.1982, Bundesverdienstkreuz, Verdienstkreuz 1. Klasse, Wiesbaden

Biographisches

  • Ostern 1926, Abitur, Berlin
  • 01.05.1933-08.05.1945, Politische Mitgliedschaft, NSDAP, Mitglied
  • 15.10.1933-, Politische Mitgliedschaft, SA, Mitglied
  • 12.08.1946-06.10.1952, Gefangenschaft, Waldheim, weitere Haftorte: Bautzen und Brandenburg an der Havel
  • 1953-1962, Berufliche Tätigkeit, Leitender Regierungsdirektor, Statistisches Bundesamt

Weitere Informationen

  • Kollers Forschungen am Universitätsinstitut für Erb- und Rassepflege in Gießen und dem Biostatistischen Institut der Universität Berlin lieferten das wissenschaftliche Fundament für die Rassepolitik der Nationalsozialisten und der damit verbundenen Zwangssterilisationen und Morde.
  • Koller war in seiner Zeit beim Statistischen Bundesamt an wichtigen Neuerungen beteiligt. So zeichnet er sich beispielsweise mitverantwortlich bei der Einführung des Mikrozensus.
  • Die Ehrenmitgliedschaft der "Deutschen Region der Biometrischen Gesellschaft" wurde Koller nach bekanntwerden seiner nationalsozialistischen Karriere 1990 entzogen.

Veröffentlichungen von Siegfried Koller (Auswahl)

Koller, Siegfried, Über den Erbgang der Schizophrenie, Diss., Berlin, ˜J.œ Springer, 1939.
Koller, Siegfried, Statistische Untersuchungen zur Theorie der Blutgruppen und zu ihrer Anwendung vor Gericht, Diss., München, 1931.

Veröffentlichungen über Siegfried Koller (Auswahl)

Klee, Ernst, Das Personenlexikon zum Dritten Reich: wer war was vor und nach 1945, Koblenz, Ed. Kramer, 2008.
Oehler-Klein, Sigrid (Hrsg.), [Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen 1607 bis 2007]: Die Medizinische Fakultät der Universität Gießen im Nationalsozialismus und in der Nachkriegszeit: Personen und Institutionen, Umbrüche und Kontinuitäten, Stuttgart, Steiner, 2007.
Zitierhinweis

Siegfried Koller, in: Verzeichnis der Professorinnen und Professoren der Universität Mainz. URI: http://gutenberg-biographics.ub.uni-mainz.de/id/e3ce87f4-0bff-4fb5-aa36-20bc69b338a3. (Zugriff am 19.02.2017)

Lizenz für Text- und Forschungsdaten: CC-BY 4.0. Diese Lizenz gilt nicht für die verwendeten Bilder. Sofern nicht anders angegeben sind die verwendeten Bilder urheberrechtlich geschützt.